zum Inhalt springen

Helena Körner

Abteilung für Nordamerikanische Geschichte des Historischen Instituts
Universität zu Köln
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln

Tel.:  0221-470 5631
Fax: 0221-470 4996
E-Mail: helena.koerner(at)uni-koeln.de

Sprechstunde

Nach Vereinbarung in Raum 0.009 im Erdgeschoss des Philosophikums

Kurzbiografie

2012 | Diplom in Regionalwissenschaften Lateinamerika: Iberische und Lateinamerikanische Geschichte, Anglo-Amerikanische Geschichte, Politikwissenschaft, Romanistik (Spanisch)

2007-2012 | Studentische Hilfskraft in der Arbeitsstelle Geschichte und Film (AGuF) des Historischen Instituts und der Anglo-Amerikanischen Abteilung des Historischen Instituts

Seit 2013 | Promotionsstudium bei PD Dr. Olaf Stieglitz
Arbeitstitel der Arbeit „Vom ‚hobo’ zur MassenarbeiterIn: Visualisierungen prekärer Arbeit in der Progressive Era“

Seit 2013 | Lehrbeauftragte an der Anglo-Amerikanischen Abteilung des Historischen Instituts der Universität zu Köln

Seit 2015 | Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung
Betreuung des Dissertationsprojekts durch PD Dr. Olaf Stieglitz (Universität zu Köln) und Prof. Dr. Tanja Thomas (Eberhard Karls Universität Tübingen)
Mitglied der von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Nachwuchsforscherinnengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeiten und Solidarisierung in Medienkulturen“

09/2015-12/2015 | Forschungsaufenthalte in New York (Robert F. Wagner Labor Archives, NYU) und Detroit (Walter P. Reuther Library for Labor and Urban Affairs, Wayne State University)

Forschungsprojekt

In meinem Dissertationsprojekt „Vom ‚hobo’ zur MassenarbeiterIn: Visualisierungen prekärer Arbeit in der Progressive Era“ (Arbeitstitel) untersuche ich das Verhältnis zwischen einem sich in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollziehenden Wandel von Arbeitsrealitäten und Praktiken der visuellen Repräsentation von Lohnarbeit, insbesondere anhand (fototgrafischer, filmischer, u.a.) Bilder der so genannten „Wander-, Saison-, und Gelegenheitsarbeit“.
Mit dem fordistischen Kapitalismus entstand eine in Bezug auf Zusammensetzung, Größe und Mobilität neue Klasse ungelernter, lohnabhängiger Besitzloser. Der immens steigende und ebenso von starker Fluktuation gekennzeichnete Bedarf an ungelernten Arbeitskräften in der industriellen Fertigung, aber auch der Landwirtschaft, dem Rohstoffabbau und dem Dienstleistungssektor, „ermöglichte“ es einer steigenden Anzahl - unterschiedlich in Form und Ausmaß - marginalisierter, nicht-weißer, nicht-männlicher oder ungelernter ArbeiterInnen, wie EinwanderInnen aus Süd- und Osteuropa, Frauen oder African Americans, unter prekären Bedingungen für Löhne zu arbeiten.
Diese Entwicklungen wurden zeitgenössisch nicht nur breit diskutiert, sondern auch in hohem Maße visualisiert. War beispielsweise Saisonarbeit von SozialreformerInnen, SoziologInnen oder InvestigativjournalistInnen bis um die Jahrhundertwende häufig in Form von erzählerischen oder fotografischen Portraits von ‚tramps’ oder ‚hoboes’ verhandelt worden, so wurde sie in den 1910er Jahren nun auch im Kino und vermehrt als strukturelles Phänomen und Kennzeichen einer neuen Produktions- und Gesellschaftsordnung sichtbar gemacht, nicht zuletzt durch die Popularisierung sozialistischer Ideen in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.
Ich verstehe Bilder dieser neuen und prekären Arbeitsbedingungen als aktiv an den mit dem Übergang zum Fordismus verbundenen Transformationen von Mobilitäten und Organisationsformen von Körpern/Arbeitskraft in Raum und Zeit beteiligt. Insbesondere frage ich danach, inwiefern sich im Verhältnis mit dem Vormarsch bewegter Bilder und des Kinos nicht-filmische, das heißt (sozial)wissenschaftliche, literarische und politische Techniken des Blickens und zu-Sehen-Gebens sowie hiermit die verfügbaren Bilder und Vorstellungen von Lohnarbeit, Gesellschaft und Solidarität veränderten.

Vorträge und Projektvorstellungen

  • Looking at a New Industrial Order: Motion Pictures as Scientific Instruments in the Works of Frank B. Gilbreth, 1910-1920, Young Academics Forum der jährlichen Tagung der Historiker_innen in der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA), 08.-10.02.2013, Tutzing.
  • Vom ‚hobo’ zur MassenarbeiterIn: Visualisierungen von Wander-, Saison- und Gelegenheitsarbeit in den USA um die Wende zum 20. Jahrhundert, Vorstellung des Dissertationsprojekts auf der Nachwuchstagung „Kosmopolitisierung, Anerkennung, Solidarisierung? Potentiale transkultureller Öffentlichkeiten in Medienkulturen“, 25. & 26.06.2015, Eberhard Karls Universität Tübingen.
  • Lohnarbeit in US-amerikanischen Industrie- und Arbeitsstudienfilmen der 1910er Jahre, Konferenz Film & Visual History: Fragen – Konzepte – Perspektiven, 15.-17.02.2016, Köln.

Lehre

  • “I never knew fear until I kissed Becky”: Geschichte und Film in den USA, 1945-1963, Universtität zu Köln, Arbeitskurs mit Maren Möhring und Myron Tsakas, Sommersemester 2011.
  • „The Winner Takes It All: Sport, Film & US-Gesellschaft im 20. Jahrhundert”, Universität zu Köln, Arbeitskurs mit Olaf Stieglitz, Sommersemester 2013.
  • „Looking at a New Industrial Order: Industrie- und Arbeitsstudienfilm in der Progressive Era”, Universität zu Köln, Arbeitskurs, Sommersemester 2014.

Forschungsgebiete

  • Sozial- und Kulturgeschichte der USA
  • Geschichte der Arbeit
  • Film und Geschichte
  • Medienarchäologie